Heaven 11 (Rezension)

Heaven 11
Christian Krumm
Edition Roter Drache
[Seiten: 346 || Preis: 14,95 €]

WERBUNG | Dieses Buch wurde mir von Christian Krumm kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Zum Inhalt: Nachdem Marc Vossberg ein Burn-Out erleidet, darf er nicht sofort in seinen alten Job als Banker zurück. Stattdessen soll er als Aushilfspfleger in einer Psychiatrie arbeiten. Marc will sich damit jedoch nicht zufriedengeben und setzt alles daran, sein altes Leben zurückzubekommen. Um sein Ziel zu erreichen, sucht er sich Hilfe bei einem schizophrenen Patienten.

Anfangs erinnerte mich der Klappentext von Heaven 11 ein klein wenig an Der Insasse von Sebastian Fitzek. Ich stellte jedoch schnell fest, dass die beiden Bücher, abgesehen vom Setting, nicht viel gemeinsam haben. Während ich bei Fitzeks Psychothriller ziemlich locker durch die Seiten flog, hatte ich bei Christan Krumms Werk ganz schön mit der beklemmenden Grundstimmung zu kämpfen.

Christan schafft es bereits auf den ersten Seiten, eine bedrückende Atmosphäre zu schaffen, die einen nicht mehr loslässt. Marc Vossberg wird während seiner Arbeit in der Psychiatrie mit Situationen und Problemen konfrontiert, die mich sehr betroffen gemacht haben. Ich kenne mich mit dem Alltag bzw. der Arbeit in einer Psychiatrie nicht aus und kann deswegen nicht beurteilen, wie nahe der Autor der Realität in seinem Buch gekommen ist. Man spürt jedoch, dass Christan Krumm seine persönlichen Erfahrungen in die Geschichte einfließen lässt und gut weiß, wovon er da schreibt. Für mich fühlte sich alles sehr authentisch an und es werden viele Probleme und Herausforderungen der Patienten und Mitarbeiter thematisiert, an die mir als Laie noch nie in den Sinn gekommen sind und mich tief berührt haben. Mich hat das Buch wirklich mehr mitgenommen, als ich gedacht hätte. Die Geschichte um den ehemaligen Banker ist darum sicher nicht für jeden etwas. Wer ein lockeres Buch für zwischendurch sucht, sollte lieber die Finger davon lassen.

Obwohl die Handlung zunächst recht gemächlich beginnt, nimmt sie im Verlauf an Spannung zu. Die ersten 100 Seiten zogen sich für meinen Geschmack etwas und ich konnte noch nicht einordnen, wohin die Reise gehen sollte. Das änderte sich anschließend allerdings schnell und die Geschichte wird immer komplexer und mehr und mehr Geheimnisse und Verbindungen kommen ans Licht. Es wird immer deutlicher, wie komplex die von Christian geschaffenen Charaktere sind und wie tief die Problematik des Buches geht. Wie schon gesagt, der Autor kratzt in seinem Buch nicht nur an der Oberfläche, sondern blickt intensiv und sehr bewegend auf die Psyche des Menschen. Die Perspektiven, die das Buch gibt, waren in vielen Punkten neu für mich und haben mich stark zum Nachdenken angeregt. Die Einzelschicksale von Christians Charakteren gingen mir sehr ans Herz und auch das Ende des Buches bildet da keine Ausnahme.

Heaven 11 ist ganz anders als Christan Krumms Kurzgeschichten in Traumschrott. Mich, die ich sehr selten Bücher in der Richtung lese, hat die Schwere der Geschichte sehr herausgefordert. Auf der anderen Seite bin ich dankbar für den Blickwinkel, den  Christian mir mit seinem Buch ermöglicht hat. Da die Thematik des Buches keine leichte Kost ist, ist es schwer, eine allgemeine Empfehlung auszusprechen. Wenn euch der Klappentext anspricht, solltet ihr euch am besten selbst eine Meinung bilden.

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