Terra [Rezension]

Terra
T. S. Orgel
Heyne Verlag
Leseprobe
[Seiten: 512 || Preis: 14,99 €]

WERBUNG |Dieses Buch wurde mir vom Heyne Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Zum Inhalt: Da die Erde ein ökologisches Wrack ist, soll der Mars besiedelt werden. Jak transportiert deshalb als einer von vielen mit einem Raumfrachter die Rohstoffe des Marses ab. Sein Ziel: Die Erde. Doch an Bord befinden sich nicht nur Rohstoffe. Jak findet Container voller Bomben und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Mit der Red-Rising-Trilogie nahm damals alles seinen Anfang. Science-Fiction war nicht mehr länger nur ein unbekanntes Genre, ich verknüpfte damit eine fantastische Geschichte. Mit Terra wollte ich diese positive Erfahrung wieder aufleben lassen. Mein Plan war schon länger, etwas tiefer in das Genre einzutauchen. Allerdings lief es diesmal nicht ganz so gut.

In meinem Try-a-Chapter-Beitrag schwärmte ich noch vom ersten Kapitel. Es war spannend, mysteriös und ich wollte unbedingt mehr wissen. Diese Begeisterung nahm mit dem Fortschreiten der Handlung jedoch leider ab. Was mich wohl am meisten gestört hat: die technischen Details. Ich weiß, dass wissenschaftliche Erklärungen zum Sci-Fi-Genre dazugehören. Bei Red Rising fand ich vieles auch wirklich spannend. In Terra wurde ich von den Informationen allerdings geradezu erschlagen. Mir fehlte nach der Arbeit ehrlich gesagt die Muse, mich so tief in die technischen Abläufe eines Raumschiffs einzuarbeiten. Ich schaltete da schnell ab und überflog die Details nur grob. Das tut mir im Nachhinein sehr leid, denn die Autoren haben sicherlich viel Arbeit da reingesteckt. Ich hatte auch Probleme, die ganzen Namen der Firmen, Charaktere, Verbände usw. innerhalb der Geschichte auseinanderzuhalten. Für alles gibt es eine Abkürzung oder eine bestimmte Bezeichnung – das hat mich auf Dauer wirklich fertig gemacht.

Das soll jetzt aber nicht ignorant klingen. Man spürt ab der ersten Seite, wie viel Mühe sich die beiden Brüder mit dem Worldbuilding gegeben haben. Egal ob wirtschaftliche oder politische Konstrukte abseits der Erde, alles hat Hand und Fuß und ist extrem gut durchdacht. Auch die geschilderten Konflikte auf der Erde, dem Mond und dem Mars sind ungemein spannend und werfen viele interessante Fragen und Gedanken auf. Die beiden Autoren offenbaren eine, wie ich finde, sehr realistische Zukunft, in der die Menschen auch auf anderen Planeten ihre Habgier und ihren Machthunger ausleben. Ich wurde außerdem von der Entwicklung der Handlung sehr überrascht (in meinem Kopf ging es die ganze Zeit in eine völlig andere Richtung). Das Drama, dass sich nach und nach herauskristallisiert, ist toll erdacht und hat viel Potenzial. Für mich hätte die Geschichte allerdings etwas anders umgesetzt werden müssen.

Obwohl wir nämlich mehrere Charaktere begleiten und die Handlung aus unterschiedlichen Perspektiven präsentiert bekommen, fehlt dem Ganzen größtenteils die Dynamik. Der Handlungsradius der meisten Figuren ist sehr beschränkt manche Charaktere agieren das ganze Buch über an ein und dem selben Ort. Das langweilte mich zunehmend. Die Story entwickelt sich zwar auch in diesen Kapiteln weiter und ich würde nicht sagen, dass ein Kapitel völlig überflüssig ist, aber trotzdem vermisste ich oft eine gewisse Abwechslung. Ich hätte es viel cooler gefunden, wenn sich mehr in den gigantischen Siedlungen des Mondes abgespielt hätte. Meiner Meinung nach haben die Autoren das Potenzial ihrer beeindruckend durchdachten Systeme auf dem Mond oder dem Mars nicht richtig ausgenutzt. Erst zum Ende des Buches nahmen die Ereignisse richtig Fahrt auf und ich wurde nicht selten von der Handlung überrascht. Bis dahin plätschert aber alles vor sich hin.

Gleiches gilt für die Charaktere. Es sind sehr interessante Persönlichkeiten dabei, aber der Funke wollte nicht überspringen. Die Handlung wird aus mehreren Perspektiven geschildert, was ihr eigentlich eine gewisse Dynamik verleihen sollte. So richtig geklappt, hat das allerdings nicht. Zuerst einmal fehlte mir die emotionale Note. Es werden zwar hier und da Hintergrundinformationen zu den Charakteren eingestreut, aber sie wirken bis auf einige wenige Ausnahmen trotzdem sehr blass. Mir war außerdem der Handlungsradius der Figuren nicht groß genug. Es gibt kaum Ortswechsel. Manche Figuren agieren das ganze Buch über an ein und dem selben Ort. Das langweilte mich irgendwann. Die Story entwickelt sich trotzdem in jedem Kapitel weiter. Ich würde  nicht sagen, das Kapitel überflüssig waren. Trotzdem vermisste ich Spannung und Abwechslung. Erst zum Ende des Buches nahmen die Ereignisse richtig Fahrt auf und einige Figuren entfalteten ihr ganzes Potenzial. Bis dahin plätschert alles aber vor sich hin.

Mein Fall war das Buch leider nicht. Wenn ihr euch aber nicht vor technischen Details scheut und schon einiges an Erfahrung im Sci-Fi-Genre habt, könnte die Geschichte trotzdem interessant für euch sein.

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