Elian und Lira – Das wilde Herz der See [Rezension]

Elian und Lira – Das wilde Herz der See
Alexandra Christo
dtv Verlag
Leseprobe
[Seiten: 384 || Preis: 18,95 €]

Zum Inhalt: Die von Seefahrern allseits gefürchtete Sirene Lira wird von ihrer Mutter nach einer Auseinandersetzung verflucht und zum Menschen gemacht. Nur wenn sie ihr das Herz des Prinzen Elian bringt, kann sie ins Meer zurückkehren.

Meerjungfrauen und Sirenen sind im Allgemeinen kein Teil meines Lesealltags. Das liegt in erster Linie daran, dass ich mich nicht überdurchschnittlich für diese Fabelwesen interessiere und deshalb auch nicht explizit nach Büchern zu diesem Thema suche. Im Gegensatz zu Vampiren oder Engeln sind Sirenen auch nicht gerade an jeder Ecke vertreten. Trotzdem weckte das Buch schnell mein Interesse und ich empfand es als sehr erfrischend, dass Sirenen ins Zentrum gerückt werden.

Meine anfängliche Euphorie bekam jedoch recht schnell einen ordentlichen Dämpfer. Obwohl das Meer als Heimat der Sirene Lira und auch als Terrain des Prinzen und Sirenenjägers Elian DER Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist, bleibt es eine recht unspektakuläre Kulisse. Es kommt weder zu besonders halsbrecherischen Abenteuern über Wasser (Wo waren die Meeresdrachen oder Strudel oder mysteriösen Inseln?) noch bekommt der Leser einen detaillierten Einblick in das Leben der Sirenen unter Wasser. Es werden zwar immer wieder Legenden und Sitten der Sirenen thematisiert, aber mir war das zu oberflächlich. Mir fehlte der vollständige Bezug zu ihrer Welt.

Viele offene Fragen blieben auf meiner Seite auch bei Elian. Er wird als großer Sirenenfeind und Seemann dargestellt, aber wie genau er zur See kam und alles seinen Anfang nahm, bleibt ungewiss. Es gibt nur wenige Hintergrundinformationen zu seiner Mannschaft und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie er sie wohl genau für sich gewinnen konnte. Sowohl Elian als auch Lira werden also als verbitterte Feinde vorgestellt, deren Konstellation der in dem Märchen Arielle entfernt ähnelt, aber ich hätte mir bei beiden wesentlich mehr Vergangenheit und Details gewünscht. So erfüllten sie zwar die Ausgangsvoraussetzungen für die Geschichte, wirken aber völlig aus ihrer Umwelt und Vergangenheit herausgelöst.

Was ich bei mir selbst außerdem sehr stark gemerkt habe: Ich bin unheimlich langsam beim Lesen vorangekommen. Obwohl das Buch vergleichsweise schmal ist und die Seiten großzügig beschrieben sind, habe ich eine ganze Urlaubswoche bis zur letzten Seite gebraucht. Mir war das Erzähltempo einfach nicht hoch genug. Es gibt zwar immer wieder brenzlige Situationen oder Richtungswechsel, aber im Großen und Ganzen werden Stationen monoton abgearbeitet und ich hatte nie ernsthaft Angst, dass jemand zu Schaden kommen könnte. Es kommt einem auch nicht so vor, als wären die Charaktere großartig in Bewegung, obwohl sie genau das eigentlich sind. Alle Zwischenstopps dienen lediglich einer Art Wegmarkierung und tun sich nicht besonders durch Individualität hervor.

Natürlich war nicht alles schlecht, denn sonst hätte ich das Buch abgebrochen. Die düstere Atmosphäre hat mir beispielsweise gut gefallen. Ohne Frage wird an einigen Stellen mit der Brutalität ein bisschen übertrieben, aber insgesamt hat die düstere Stimmung gepasst. Ebenfalls angenehm war die Beziehung zwischen Elian und Lira. Da ist man von Jugendbüchern ja oft viel anstregendes Insta-Verliebtsein gewohnt. Trotzdem: Ich hatte mir mehr von dem Buch versprochen und kann mich leider nicht den vielen positiven Meinungen anschließen.

Werbeanzeigen

Ein Kommentar zu „Elian und Lira – Das wilde Herz der See [Rezension]

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Eine WordPress.com-Website.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: