Die Geschichte des verlorenen Kindes [Rezension]

Die Geschichte des verlorenen Kindes
Elena Ferrante
Gelesen von Eva Mattes
Der Hörverlag
[Spieldauer: 17 Stunden und 5 Minuten | Preis: 24,99 €]

Dieses Hörbuch wurde mir vom Hörverlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

 Vorsicht! Bei dieser Rezension handelt es sich um einen vierten Teil! Wer die ersten beiden Bände noch nicht gelesen hat und nicht möchte, dass Informationen vorweggenommen werden, der sollte hier NICHT weiterlesen!

Zum Inhalt: Wir begleiten Elena und Lila langsam auf ihrem Weg ins Alter und schließlich in den Ruhestand. Beide kämpfen jedoch nach wie vor um ihren Platz im Leben und stehen vor großen Entscheidungen. Ihre Freundschaft ist ihnen dabei Stütze und Last zugleich.

Nachdem mich die ersten beiden Bände quasi überrannt haben, enttäuschte mich bereits der dritte Teil und auch das Finale konnte das Ruder leider nicht herumreißen. Ich bin ehrlich gesagt geradezu froh, dass die Reihe jetzt zu Ende ist und ich mit der instabilen Freundschaft der beiden Frauen abschließen kann.

Schuld an meiner Unzufriedenheit sind eigentlich die gleichen Dinge, die ich schon am dritten Band kritisiert habe. Man fühlt sich als Leser einfach wie in einer Zeitschleife, denn die Konflikte aus den Vorgängern wiederholen sich in einer Tour. Vieles wurde einfach schon so oft durchgekaut und trotzdem steht gerade Elena am Ende wieder ratlos da und stürzt sich direkt ins Elend. Sowohl was die Lebensumstände in ihrer Gesamtheit als auch Elenas Persönlichkeit angeht, wird die ganze Zeit auf der Stelle getreten. Es gibt einfach kein Vorankommen und das hat mich wahnsinnig gemacht. Wieso tut sich ein Mensch diese ganzen endlosen Konflikte immer wieder an? Wieso beklagt man sich immer und immer wieder, ohne etwas zu ändern? Ich kann das nicht begreifen. Sicher, es gibt einschneidende Wendungen im Leben von Elena, aber die Kernprobleme wuchern weiter vor sich hin, werden toleriert und einfach stumm ertragen.

Elena und Lila pflegen ja von Beginn an eine in meinen Augen grenzwertige Freundschaft, die von Konkurrenz, Neid und mitunter Boshaftigkeit dominiert wird. In diesem Teil nimmt das allerdings so ungesunde und zerstörerische Ausmaße an, dass ich nicht begreifen kann, wieso man sich das in dem Alter antut. Ich schaffte es diesmal einfach nicht länger, Verständnis für dieses ganze Konstrukt aufzubringen und rieb mich nur noch daran auf. Das Kräftemessen und die sich wiederholenden Konflikte machten mich schlicht müde und führten dazu, dass mir das ganze Hörbuch sehr zäh vorkam und ich mit meinen Gedanken manchmal woanders war. Elena, die in jedem Band immer Höhen und Tiefen hat, enttäuschte mich diesmal schwer. Sie ist furchtbar egoistisch und reagiert vor allem gegenüber ihren Kindern unfair und kindisch. Ihre Selbstbezogenheit ging mir unfassbar auf die Nerven und ihre meisten Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen.

Ich hatte gehofft, dass Elena Ferrante mit dem dritten Teil auf irgendetwas Großes hinauswill, den Leser nochmal richtig umhauen wird, aber all das kann ich nicht bestätigen. So kunstvoll die Autorin auch schreibt und so klug viele der Gedanken der Figuren auch sind, mir konnte dieser Band nichts geben und es stellte sich bei mir nicht die Faszination ein, die die ersten beiden Bände für mich ausgemacht hat.

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