Die Stimmen des Abgrunds [Rezension]

Die Stimmen des Abgrunds
Peter V. Brett
Heyne Verlag
Leseprobe
[Seiten: 560 || Preis: 14,99 €]

Dieses Buch wurde mir vom Heyne Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Vorsicht! Bei dieser Rezension handelt es sich um einen sechsten Teil! Wer die ersten fünf Bände noch nicht gelesen hat und nicht möchte, dass Informationen vorweggenommen werden, der sollte hier NICHT weiterlesen!

Zum Inhalt: Arlen und Jardir brechen in den Abgrund auf, um den Kampf gegen die Dämonen ein für alle Mal zu beenden. Angeführt von dem Dämonenprinzen, der mit allen Mitteln versucht, ihr Unterfangen zum Scheitern zu bringen, stellen sie sich den zahlreichen Gefahren des Horc. Währenddessen attackieren die Dämonen die Städte an der Oberfläche und bringen die Menschen in Bedrängnis.

Alles kommt leider irgendwann zu einem Ende – das gilt auch für Peter V. Bretts Dämonenzyklus, der mich viele Jahre begleitet hat. Diese Reihe holte mich damals aus dem Loch, in das ich nach den Königsmörder-Chroniken gefallen bin, und hat bei mir seitdem einen festen Platz neben Patrick Rothfuss, George R.R. Martin und Anthony Ryan. Ich bin heilfroh, dass Brett bereits eine neue Reihe angekündigt hat, ansonsten hätte ich diesen Abschied nicht verkraftet.

Die Stimmen des Abgrunds ist der zweite Teil des großen Finales rund um den Kampf Menschen gegen Dämonen. Dementsprechend steht auch die Reise von Arlen, Jardir und Renna in den Horc im Fokus. Man taucht tief in die Gemütslagen und die zwischenmenschlichen Spannungen dieser recht unfreiwilligen Reisegruppe ein und wird nach all den Bänden tatsächlich noch überrascht, wie sich die unterschiedlichen Charaktere angesichts der verzweifelten Rettungsmission verhalten und an den Herausforderungen wachsen. Insbesondere die Beziehung zwischen Arlen und Jardir gewinnt noch einmal an Intensität und beide Männer bringen bei dem jeweils anderen Gedanken ins Rollen, die ich äußerst spannend fand.

Obwohl es meiner Meinung nach durchaus logisch und sinnvoll ist, dass die Reise in den Abgrund im Zentrum der Geschichte steht, hätte ich mir ein anderes Erzähltempo gewünscht. Gerade bei einer so vielschichtigen und umfangreichen Reihe finde ich es wichtig, dass sowohl die Hinleitung zum Finale als auch das Finale selbst genügend Raum bekommen, um sich richtig entfalten beziehungsweise wirken zu können. Brett lässt sich bei dem ohnehin schon äußerst schmalen Buch viel Zeit und kommt wirklich erst auf den letzten Metern zum entscheidenden Showdown. Es ist nicht so, dass ich die Kapitel bis dahin als langweilig oder zäh empfunden hätte, mich hat nur gestört, dass man 400 Seiten gar nicht so richtig das Gefühl hatte, als spitze sich die Story immer weiter zu. Zwischendurch kam alles so ein bisschen zu einem Stillstand und mit einem Mal wurde es wieder richtig turbulent. Mir ging zum Schluss einfach alles zu schnell – das bin ich von dem Autor einfach nicht gewohnt.

Ein bisschen schade fand ich auch, dass von mir sehr liebgewonnene Charaktere stark in den Hintergrund rücken. Brett legt ab Band eins so viel Wert darauf, einem alle wichtigen Figuren bis ins letzte Detail nahe zu bringen, deshalb bin ich automatisch davon ausgegangen, dass auch in diesem Buch wieder die unterschiedlichsten  Perspektiven aufgegriffen werden. Aber viele der Nebenhandlungen aus Der Thron der Finsternis werden recht oberflächlich und teilweise wirklich zügig abgehandelt. Hin und wieder wäre ich schlicht gerne länger verweilt.

Nichtsdestotrotz habe ich das, was erzählt wurde, egal ob Haupt- oder Nebenstrang, wieder gierig in mich aufgesogen und mitgefiebert. Auch wenn ich mir ein paar Kleinigkeiten etwas anders gewünscht hätte, bildet der Band einen würdigen Abschluss der Reihe. Es werden bis dato noch offene Fragen geklärt und die Handlung verliert nichts von ihrer Fülle an einzigartigen Konflikten. Für mich hätte die Reihe noch zehn weitere Bände umfassen können, aber mit diesem Ende kann ich ganz gut leben.

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