Der schwarze Thron – Die Schwestern

Der schwarze Thron – Die Schwestern
Kendare Blake
Penhaligon Verlag
[Seiten: 448 || Preis: 14,99 €]

Dieses Buch wurde mir vom Penhaligon Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Zum Inhalt: In Fennbirn müssen drei Schwestern ab ihrem 16. Geburtstag um ihr Anrecht auf den Thron kämpfen. Sie wurden von unterschiedlichen Familien, die ihre magischen Talente teilen, auf dieses Ritual lange Zeit vorbereitet und haben keine Chance, ihrem Schicksal zu entkommen.

Als ich das Buch am Anfang in der Vorschau entdeckt habe, dachte ich noch, einen richtigen Geheimtipp gefunden zu haben. Gut, mittlerweile hat wohl jeder schon von der Reihe gehört, die Werbetrommel wurde ja auch ordentlich gerührt. Mich hat das ehrlich gesagt ziemlich verunsichert, denn plötzlich waren die Erwartungen doch sehr hoch und noch dazu gab es kurz nach dem Erscheinungstermin einige enttäuschte Leser. Mich konnte der erste Band leider ebenfalls nicht ganz überzeugen.

Zunächst einmal empfand ich das Tempo, in dem die Handlung voranschritt, als ziemlich zermürbend. Es versteht sich von selbst, dass eine Welt zunächst einmal eingeführt und die Charaktere vorgestellt werden müssen, allerdings sorgte der Perspektivwechsel, den ich sonst so schätze, dafür, dass ich das Gefühl hatte, auf der Stelle zu treten. Sicher bietet es sich an, abwechselnd das Leben der drei Königinnen zu beleuchten, allerdings ähneln sich die drei Handlungsstränge so stark, dass es teilweise wirklich langweilig war und ich konnte über einige Parallelen einfach nur den Kopf schütteln. Meiner Meinung nach hätte man da mehr herausholen und viel mehr Spannung aufbauen können. So plätscherte alles ein wenig vor sich hin. Etwa ab der Hälfte des Buches kam es dann zu Ereignissen, die etwas Aufregung in die Geschichte brachten, wirklich packend war für mich aber tatsächlich erst das Ende. Man kann den ersten Band fast als eine Art Einleitung für die Reihe sehen, nach dem es dann vermutlich erst so richtig rund geht.

Was die drei Königinnen an sich betrifft, so bin ich noch ziemlich ratlos. Richtig sympathisch ist mir keine der drei geworden, was an sich ja aber nicht weiter schlimm ist. Es wird sich wohl erst im weiteren Handlungsverlauf zeigen, wozu sie wirklich fähig sind. Ich hätte an sich gerne mehr über ihr Leben und ihre Kindheit bei ihren jeweiligen Ziehfamilien erfahren, die ja die Aufgabe haben, sie auf das Ritual vorzubereiten. Hin und wieder erhaschte man einen Blick auf die Vergangenheit, aber alles blieb recht wage und die Geschichte bewegt sich vordergründig in der Gegenwart. Die Machtspiele, die die Ziehfamilien untereinander führen, könnten in den anderen Teilen noch sehr interessant werden, denn überwiegend hat man es hier mit sehr skrupellosen Kandidaten zu tun, die vor kaum etwas zurückschrecken und auch ihre eigene Position verbessern wollen.

Die magischen Fähigkeiten der Schwestern und ihrer Ziehfamilien fand ich sehr interessant, vor allem weil es neben den klassischen Talenten wie der Beherrschung von Elementen und der Natur (trotzdem meine liebste Gabe) auch sogenannte Giftmischer gibt. Darüber hinaus hält sich das Magische eher in Grenzen. Ich hätte, was die Welt an sich angeht, doch ein bisschen mehr Fantasy erwartet. Ich hoffe auch, dass man zukünftig noch ein bisschen mehr von der Insel sehen wird, denn die Karte zeigt noch viele unentdeckte Orte/Städte.

Kendare Blakes Schreibstil fand ich insgesamt in Ordnung. Die Beschreibungen von Schauplätzen oder Situationen hätten für mich detaillierter sein können, aber abgesehen davon las sich das Buch gut. Die düstere Stimmung, von der im Vorfeld so viel gesprochen wurde, kam bei mir allerdings nicht an. Szenen, in denen Gewalt eine größere Rolle spielen, kamen mir teilweise etwas gewollt vor und waren mir nicht authentisch genug. Gerade auch, weil die drei Königinnen davon recht unbeeindruckt bleiben. Toll wäre es gewesen, wenn da mehr Emotionen gewesen wären oder einfach Dialoge, die einem nachhaltig im Gedächtnis bleiben oder einen irgendwie stärker berühren. Mir ging die ganze Geschichte einfach noch nicht nahe genug, ich war vielmehr ein etwas teilnahmsloser Zuschauer.

Trotz meiner Kritikpunkte glaube ich, dass Der schwarze Thron – Die Schwestern der Grundstein für eine interessante Fantasyreihe ist. Ich werde auf jeden Fall auch den zweiten Band lesen und noch nicht aufgeben.

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3 Gedanken zu “Der schwarze Thron – Die Schwestern

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