Die Pforte der Schatten

Die Pforte der Schatten
Harry Connolly
Blanvalet Verlag
Leseprobe
[Seiten: 608 || Preis: 14,99 €]

Dieses Buch wurde mir vom Blanvalet Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Zum Inhalt: Alle 23 Jahre begrüßt der König von Peredain Vertreter des Abendreiches in seinem Land, die ihm stets zum Dank eine magische Gabe überlassen. Als sich diesmal das mysteriöse Portal öffnet, durch das die Gäste sonst an den Hof des Königs gekommen sind, fallen stattdessen Ungeheuer über die Wartenden her und verschonen niemanden. Der Kronprinz versucht zusammen mit Überlebenden auf die Spur der Geschehnisse zu kommen und sein Land vor der Zerstörung zu retten.

Ich suche ja schon seit geraumer Zeit nach einer neuen Fantasyreihe, die etwas umfangreicher ist, mich langfristig mitreißen kann und nicht aus dem Jugendbuchbereich kommt. Eine Reihe, die mit Das Lied von Eis und Feuer, der Rabenschatten-Trilogie oder auch dem Demon Zyklus mithalten kann. Keine leichte Aufgabe, ich weiß, und leider muss ich sagen, dass auch dieser Reihenauftakt mich nicht vollkommen überzeugen konnte.

Obwohl mir der Ausgangspunkt der Handlung gut gefällt, bin ich einfach unheimlich langsam in der Geschichte vorangekommen. Man tappt als Leser genau wie die Figuren ziemlich im Dunkeln, was die oben beschriebenen Geschehnisse betrifft, und im Laufe der Handlung gesellen sich noch viel mehr ungeklärte Fragen dazu. Dieses anfängliche „auf der Stelle treten“ frustrierte mich sehr. Auf der anderen Seite gab es einen Zusammenhang, der mir recht schnell klar war, den Figuren aber noch ewig Kopfschmerzen bereitete, was mich hingegen wahnsinnig machte. Die zweite Hälfte des Buches konnte mich schon mehr überzeugen, denn ich hatte das Gefühl, dass endlich Bewegung in die Geschichte kommt und alles viel dynamischer ist. Viele Situationen hätte ich so nicht erwartet und es gefiel mir, dass die Geschichte sich doch anders entwickelte, als ich zunächst angenommen habe.

Gefallen hat mir auch der traditionelle Perspektivwechsel, bei dem man neben dem Waffenmeister des Prinzen auch dessen Gelehrtenfreundin Cazia in den Kopf schaut und begleitet. Beide Charaktere unterscheiden sich extrem voneinander und hegen gegen den jeweils anderen einen ziemlichen Groll. Während Tejohn ein strenger Soldat ist, der sich auf Traditionen besinnt, verkörpert Cazia eine sture junge Frau, die sich nichts vorschreiben lässt und ihren eigenen Kopf hat. Ihnen bleibt am Ende jedoch nichts anderes übrig, als miteinander auszukommen, um den Prinzen bei seinem Vorhaben zu unterstützen. Sie müssen zwangsläufig zusammenarbeiten und ihre Differenzen über Bord werfen, um zu überleben. Aber nicht nur diese zwei Figuren werden gezwungen, sich im Verlauf der Handlung weiterzuentwickeln, auch der Prinz selbst und noch andere Charaktere, die sich der Gruppe anschließen, müssen sich den Gegebenheiten anpassen und lassen nach und nach ihre Masken fallen. All diese Entwicklungen fand ich sehr spannend und ich bin mir ziemlich sicher, dass alle Beteiligten in den Folgebänden noch über sich hinauswachsen werden.

Obwohl ich, wie bereits oben erwähnt, die Handlung teilweise als zäh empfand, hatte ich mit dem Schreibstil an sich keine Probleme. Der Autor verliert sich nicht zu sehr in Details oder neigt dazu, sich zu wiederholen. Vielmehr hätten die Kapitel an sich etwas kürzer sein sollen. Die Figuren reisen zudem viel umher und der ein oder andere Zeitsprung hätte die Geschehnisse insgesamt vielleicht ein wenig schneller vorangetrieben. Dennoch ist es meiner Meinung nach dem Autor gut gelungen, eine Geschichte zu entwickeln, die ohne Liebeleien auskommt und sich stattdessen vor allem auf Freundschaft und den Zusammenhalt einer Gemeinschaft konzentriert.

Obwohl ich wirklich sehr lange gebraucht habe, um richtig in die Handlung von Die Pforte der Schatten einzutauchen, weckt das Ende dann doch so sehr mein Interesse, dass ich die Reihe noch nicht abschreiben möchte. Ich würde dem zweiten Band wirklich gerne eine Chance geben und hoffe, dass er an die Spannung aus der zweiten Hälfte des ersten Bandes anknüpfen kann.

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Wenn ihr große Fans von dem Genre Fantasy seid und euch in Geduld üben könnt beziehungsweise auf eine Handlung einlassen könnt, die erst nach und nach an Fahrt aufnimmt, dann könnte dieser Reihenauftakt etwas für euch sein. Ungeduldigen Lesern und Leserinnen würde ich das Buch allerdings nicht empfehlen.

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6 Gedanken zu “Die Pforte der Schatten

  1. Liebe Maren,
    das klingt ja leider eher mittelmäßig.
    Ich befürchte, dass ich dafür persönlich zu ungeduldig wäre.
    Hast du schon Vier Farben der Magie gelesen? Großartig sage ich dir!
    Habe es gestern Abend beendet.

    LIebe Grüße,
    Nicci ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Nicci,
      dann würde ich dir davon wirklich abraten. ^^
      „Vier Farben der Magie“ habe ich vor ca. zwei Tagen angefangen und bin jetzt bei über der Hälfte und lieeebee es! ❤
      So ein tolles Buch! Das ist richtig Balsam für die Seele. 😀

      Liebste Grüße
      Maren<3

      Gefällt 1 Person

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