Die Assistentinnen

Die Assistentinnen
Camille Perri
Bastei Lübbe (INK-Verlag)
Leseprobe

[Seiten: 320 || Preis: 15,00 €]

Zum Inhalt: New York. Die 30-jährige Tina ist die Assistentin eines sehr einflussreichen CEO und bemüht sich jeden Tag, den anspruchsvollen Wünschen ihres Chefs gerecht zu werden. Sie weiß, wie sie ihren Job zu machen hat, trotzdem kehrt sie jeden Abend in ihre heruntergekommene Wohnung zurück und ackert sich für ihren immensen Studienkredit ab. Durch eine Fügung des Schicksals ergibt sich für sie jedoch die Gelegenheit, dem chronischen Geldproblem ein für alle Mal zu entkommen.

Es war in der Buchhandlung einfach Liebe auf den ersten Blick. Anders kann ich es nicht beschreiben. Ich wusste von Anfang an, dass dieses Buch perfekt zu mir passen würde. Trotzdem hat es knapp drei Monate gedauert, bis ich es jetzt endlich auch gelesen habe. Der Zeitpunkt war allerdings ziemlich perfekt, denn momentan kann ich jede Aufmunterung in Form eines guten Buches gebrauchen, wenn ich mich mal wieder vor den Hausarbeiten drücken will. Die Geschichte hat mich wirklich unheimlich begeistert und meine Stimmung mit jeder Seite heben können!

Obwohl die Methode, mit der Tina ihren Studienkredit aus der Welt schaffen könnte, äußerst illegal ist, kommt man nicht umhin, sie doch zu verstehen. Obwohl sie studiert und sich mühsam hochgearbeitet hat, kann sie sich keine vernünftige Wohnung leisten und lebt mit Ratten in den Wänden, während ihr Chef ihr Gehalt auf den Kopf haut, um sich ein neues Golfschlägerset zu gönnen. Tina ist auch kein Badass, sondern unheimlich sympathisch. Mit ihrer gutmütigen und witzigen Art ist sie mir einfach so schnell ans Herz gewachsen, da waren ihre gesetzwidrigen Gedanken nebensächlich. Über die habe ich großzügig hinweggesehen.

Doch Tina ist mit ihren kriminellen Energien nicht allein. Auch andere Assistentinnen leben am Existenzminimum und sind bereit, unkonventionelle Wege zu gehen, um aus dieser Spirale herauszukommen. Darunter beispielsweise Emily, die das komplette Gegenteil von Tina ist. Mit ihrer selbstsicheren, durchaus einschüchternden Art hat sie mich mitunter stark an Paris aus Gilmore Girls erinnert. Trotz einiger Differenzen wachsen die beiden aber natürlich nach und nach zusammen und Tina, die eher eine Einzelgängerin ist, duldet sie sogar in ihrer Wohnung. Mit ihren gegensätzlichen Einstellungen treiben sie sich allerdings auch gegenseitig in den Wahnsinn und nach und nach läuft alles immer mehr aus dem Ruder. Ich wusste zeitweise nicht, ob ich lachen oder mir die Augen zuhalten sollte, die Neugier hat am Ende aber natürlich gesiegt, wobei ich immer das Beste für die Frauen gehofft habe. Insgesamt hätten die Charaktere auch nicht unterschiedlicher sein können und man erlebt zusammen mit den Frauen die ein oder andere Überraschung. Hinter manchen Fassaden verbergen sich unverhoffte Verbündete und auch Tina wandelt sich spürbar und gewinnt an Selbstvertrauen, wodurch sich ihr Leben entscheidend ändert.

Dadurch, dass das Buch recht schmal ist und Camille Perri kleine Zeitsprünge einbaut, lesen sich die Seiten schnell weg und es gibt keine Längen oder Durststrecken. Jedes Kapitel treibt die Handlung maßgeblich voran und der formlose, lockere Schreibstil gibt dem Ganzen den perfekten Rahmen. Genau das, was ich gerade brauche.

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Auch wenn die ganze Geschichte mit einem Augenzwinkern erzählt wird, spricht sie doch ein ernstes Thema an, das einen einfach nur den Kopf schütteln lässt. Frauen, die das Leben ihrer Chefs organisieren und den Laden insgesamt am Laufen halten, werden heruntergewürdigt und als kleine Dummchen abgestempelt, obwohl sie in den meisten Fällen überqualifiziert sind (die Sache mit den Studienkrediten, die man dann sein Leben lang abzahlt, zählt hier natürlich genauso rein). Ein Grund mehr, warum ich Tina und ihre Crew angefeuert habe. Trotzdem ist das Buch in erster Linie keine todernste Auseinandersetzung mit diesem Thema und zielt vordergründig auf Unterhaltung ab. Manchem mag das vielleicht deswegen zu oberflächig sein, ich allerdings habe das bekommen, was ich dem Klappentext nach erwartet habe und mich an der Mischung aus Biss und Humor sehr erfreut. Wer also einfach mal ein bisschen Abschalten und sich aus dem stressigen Alltag flüchten möchte, sollte sich Die Assistentinnen einmal näher anschauen.

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6 Gedanken zu “Die Assistentinnen

  1. Eine sehr schöne Rezension!
    Ich hab das Buch nämlich zu Weihnachten bekommen, seitdem aber nicht wirklich weiter beachtet, weil es nicht so ganz meinem Geschmack trifft…
    Deine Rezension macht mich jetzt aber doch neugierig! 😉
    Ich wünsche dir noch einen schönen und gemütlichen Sonntag❤

    LG ❤ Jill

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank! ❤
      Uiii, na ich hoffe, es gefällt dir auch, wenn du es irgendwann dann einmal liest. Ist eben eine eher leichte Lektüre, aber deswegen nicht weniger gut. 🙂
      Ich wünsche dir ebenfalls einen schönen Restsonntag!
      VLG Maren

      Gefällt 1 Person

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