Dark Elements – Steinerne Schwingen

Dark Elements – Steinerne Schwingen
Jennifer L. Armentrout
Gelesen von Merete Brettschneider
Harper Collins bei Lübbe Audio
[Spieldauer: 14 Stunden und 10 Minuten || Preis: 20,00 €]

Zum Inhalt: Layla wächst bei sogenannten Wächtern auf, die nachts Dämonen zur Strecke bringen und damit der Menschheit ihren Dienst erweisen. Sie selbst vereint in sich sowohl dämonisches als auch Wächterblut, was sie zu ihrem Leidwesen vor einige Probleme stellt. Als es dann auch noch verschiedene Dämonen explizit auf Layla abgesehen haben, schwebt sie in großer Gefahr. Wundersamer Weise wird sie von dem anzüglichen Dämon Roth gerettet, der ihr schließlich eröffnet, was all das überhaupt zu bedeuten hat.

Bereits beim Download hatte ich so eine leise Ahnung, dass ich hier gerade einen Fehler beging. Vor zwei Jahren las ich die ersten drei Bände der Lux-Reihe von Jennifer L. Armentrout und obwohl ich nach dem ersten Band wirklich Feuer und Flamme war, reizte es mich später dann gar nicht mehr, die letzten beiden Bände zu lesen. Ich weiß bis heute nicht, wie die Geschichte um Katy und Daemon ausgegangen ist und bei Layla und Roth läuft es auf genau das Gleiche hinaus. Ich habe mich bei dem Hörbuch mehr oder weniger von der allgemeinen Euphorie um die Reihe breitschlagen lassen, anstatt auf mein Bauchgefühl zu hören. Und mal wieder hat sich gezeigt, dass das bei mir in der Regel nicht gut ausgeht.

Kommen wir vielleicht gleich zur Sache, ohne ewig um den heißen Brei herumzureden. Gar nicht zurechtgekommen bin ich mit der 17-jährigen Layla. Sie vereint leider allerhand Klischees in sich, die mich vor einigen Jahren noch gar nicht so gestört hätten, meine Nerven nun aber schlicht überstrapazierten. Ich kann wirklich verstehen, dass sie mit den Konsequenzen, die ihre dämonische Seite mit sich bringt, sehr unglücklich ist und sich einsam fühlt, allerdings ist das keine Entschuldigung für ihr unglaublich anstrengendes Verhalten. Auf der einen Seite wünscht sie sich mehr Anerkennung und Respekt von ihrer Wächterfamilie, die sie in ihrer Lebensführung stark einschränken, auf der anderen Seite lässt sie sich viel zu schnell den Mund verbieten und tritt meiner Meinung nach nicht stark genug für sich ein. Dazu kommt, dass sie sich, wenn dann schon einmal gegen die Regeln verstößt, unheimlich ungeschickt anstellt und scheinbar gar nichts richtig durchdenkt. Sie lügt sich um Kopf und Kragen, ohne Konzept, und wundert sich am Ende, warum ihr alles um die Ohren fliegt.

„Ich kam mir vor wie ein Kleinkind ohne Mitspracherecht.“ (ja, das beschreibt es ziemlich treffend)

Dazu kommt natürlich das klassische Dreiecksdrama. Ich bin kein Gegner dieses Konzepts. Wirklich nicht. Für mich muss da aber ein bisschen mehr dahinterstecken als ein Mädchen, das abwechselnd von zwei starken Jungs gerettet wird und selbst nicht wirklich agiert, sondern vor allem reagiert. In meinen Augen ist sie einfach ein recht schwacher Charakter, der sehr selbstbezogen ist und mir darum auch überhaupt nicht ans Herz wuchs. Ihr schießen immer wieder diverse Gedanken durch den Kopf, was sie jetzt am liebsten in dieser oder jener Situation tun würde, aber nichts passiert, egal, wie sehr ich auch „Tus doch einfach!“ gebrüllt habe.

Die Handlung an sich konnte bei mir auch nicht wirklich punkten. Mir war das alles einfach zu klein angelegt. An der Grundthematik à la Dämonen gegen Wächter gibt es jetzt insgesamt nicht viel auszusetzen, allerdings blieb mir alles zu oberflächlich und ich hätte mir eine größere Bühne gewünscht. Außerdem war die Story recht vorhersehbar. Ich wurde nicht übermäßig überrascht oder sonst wie von den Socken gehauen. Mir fehlte komplett die Spannung, sodass mir die 14 Stunden bei dem ganzen Rumgedümpel ewig vorgekommen sind. Selbst der Abwasch ging mit dem Hörbuch nicht leichter von der Hand. Im Gegenteil.

Kommen wir nun zu dem letzten Punkt auf meiner Liste, der Schreibstil. Beim Hören achte ich weniger stark darauf wie beim Lesen, trotzdem waren die vielen Formulierungswiederholungen sehr auffällig. Es gab so gewisse Phrasen, die in regelmäßigen Abständen geschmettert wurden, vor allem wenn es um die Atmosphäre zwischen Roth und Layla ging. Auch die Dialoge klangen in meinen Ohren oft gestelzt und Roths angebliche Coolness wirkte sehr aufgesetzt und bestand überwiegend aus abgedroschenen Sprüchen, die mich so gar nicht mit ihm warm werden ließen. Stattdessen verdrehte ich des Öfteren die Augen.

Wie unschwer zu erkennen ist, war Dark Elements – Steinerne Schwingen für mich leider ein ziemlicher Flop. Ich werde weder die Reihe weiterlesen, noch in nächster Zeit einen neuen Versuch mit Jennifer L. Armentrout starten. Fans der Lux-Reihe werden vielleicht mehr Freude an dem Buch haben, Lesern, die bereits mit dieser Reihe ihre Probleme hatten und auf starke Charaktere und eine komplexe Handlung hoffen, kann ich davon aber leider nur abraten.

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3 Gedanken zu “Dark Elements – Steinerne Schwingen

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