Dark Wonderland – Herzkönig

Dark Wonderland – Herzkönig
A.G. Howard
cbt Verlag
Leseprobe
[Seiten: 544 || Preis: 17,99 €]

Vorsicht! Bei dieser Rezension handelt es sich um einen dritten Teil! Wer die anderen Dark Wonderland Bände noch nicht gelesen hat und nicht möchte, dass Informationen vorweggenommen werden, der sollte hier NICHT weiterlesen!

Zum Inhalt: Morpheus und Jeb sitzen mit Königin Rot im IrgendWoanders fest und Alyssa ist bereit alles zu geben, um sie zu retten. Gemeinsam mit ihrem Vater macht sie sich das letzte Mal auf den Weg, um ihre Freunde und Wunderland zu erlösen und Königin Rot endgültig zu besiegen.

Bei dem letzten Band einer Reihe empfindet man ja oft Trauer und Vorfreude zu gleichen Teilen. Vor allem, wenn einen eine Reihe so unerwartet umgehauen hat, wie mich Dark Wonderland. Umso schwerer fiel es mir, die Enttäuschung zu schlucken, dass der dritte Band nicht mit seinen Vorgängern mithalten konnte. Ich habe wirklich versucht, mich auf alles einzulassen und nicht vorschnell ein Urteil zu fällen, aber es gibt wirklich Punkte, die meinen Lesegenuss stark geschmälert haben.

Beginnen wir mit dem für mich schwerwiegendsten Punkt, mit Alyssa. Ich habe sie immer für ihren grenzenlosen Mut und ihren Biss bewundert, mit dem sie den skurrilen Figuren im Wunderland begegnet ist. Auch in diesem Band schreckt sie vor nichts zurück, ist bereit viel von sich selbst aufzugeben, um Wunderland zu retten, allerdings hat sie ihre Gefühle für Jeb und Morpheus absolut nicht im Griff. Bereits in den Vorgängern wurde recht schnell klar, dass ihr beide Jungs sehr wichtig sind. Ihre Netherlingsseite und ihre menschliche Seite fühlen sich jeweils zu einem der beiden hingezogen und das stürzt sie in ein ziemliches Gefühlschaos. Soweit ist für mich auch alles in Ordnung. Ich kann verstehen, dass Alyssa verunsichert und verwirrt ist und nicht weiß, wie sie damit umgehen soll. Aber meiner Meinung nach ist es keine Lösung, beiden immer wieder Dinge zu versprechen, die im Nachhinein nur schwer gehalten werden können oder sich, ohne an die Konsequenzen zu denken, den Empfindungen ganz hinzugeben. Sie will sowohl Morpheus als auch Jebs Nummer 1 sein, obwohl sie mehrfach keine Rücksicht auf deren Gefühle nimmt und nur an sich und ihre Sehnsüchte denkt. Das hat sie mir sehr unsympathisch gemacht. Die ganze Dreieckskonstellation verursacht massig Drama, wiederum schwenken aber Situation oft ganz schnell von Anspannung zu Anziehung um, was im Kontext gesehen teilweise einfach unangebracht und nicht nachvollziehbar ist. Für mich war es einfach zu viel Knistern. Für mich hat es nicht mehr ins Buch und zu den zu bewältigenden Aufgaben gepasst und wirkte manchmal einfach plump hineingepresst.

Alle meine Kleider waren weg – bis auf meine Unterwäsche, die tropfnass an mir klebt. (S. 336)

Gerade weil der Schwerpunkt des Buches auf der Gefühlswelt von Alyssa lag, konnte mich die Kulisse von IrgendWoanders nicht ganz einnehmen. Ohne Frage hat A. G. Howard wieder bewiesen, was für eine grenzenlose Fantasie sie besitzt und einen Ort voller Monstrositäten und einzigartigen Phänomenen geschaffen, doch ich bin nicht vollständig an diesem Ort angekommen. Ich hätte mehr Zeit gebraucht, um mich dort zurechtzufinden. Die Handlungen spielen sich zum größten Teil an einem Fleck im IrgendWoanders ab, Operationen außerhalb davon, werden nur grob dargestellt. Erst zum Ende hin wechselt der Schauplatz und man bekommt noch einmal einen detaillierteren Einblick, was die Bewohner und deren Mentalität betrifft.

Insgesamt waren mir das Finale und alles, was dahin geführt hat, ein wenig zu undurchsichtig. Viele Probleme lösten sich recht schnell und unspektakulär in Luft auf, weil es hier und dort mit einem Mal einen passenden Einfall gab. Natürlich darf läuft bei den Netherlingen alles ein wenig anders, der menschliche Verstand kommt da einfach nicht mit, trotzdem war ich manchmal enttäuscht, wie aus heiterem Himmel ein Ausweg gefunden oder eine Erklärung gefunden wurde. Vor lauter Gefäße, Geister, geteilter Magie und geteilter Körper schwirrte mir wirklich der Kopf.

Auch wenn ich mit dem Ende und vielen Komponenten der Handlung nicht zufrieden bin, gab es auch Dinge, die mich gefreut haben. Beispielsweise beeindruckte mit Morpheus wieder einmal mit seinen ausgeklügelten Plänen und Intrigen, mit denen er so manches Ruder rumreißen konnte. Außerdem konnte man die Geschichte insgesamt mal wieder wirklich nicht vorhersehen und musste sich einfach blind in die Hände der Autorin und ihrer verrückten Figuren begeben. Chaos, verstörende Netherlingstraditionen und groteske Kulissen inklusive.

Für mich in Dark Wonderland – Herzkönig insgesamt der schwächste Band der Reihe, dennoch sollte man die Reihe zu Ende lesen, wenn man sie schon einmal begonnen hat. Sie ist in jedem Fall etwas Besonderes.

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4 Gedanken zu “Dark Wonderland – Herzkönig

  1. Ahoy Maren,

    spätestens seit dem zweiten Band liebe ich die Reihe, aber dieser letzte Teil hat mich total umgehauen… Jeb und Morpheus zeigen sich von ihrer besten Seite und es gab viele Ohhhh-Momente, gleichzeitig aber auch wahnsinnig viel Spannung und nervenaufreibende Wendungen…

    Ich LIEBE dieses Buch und im November war es auch mein Highlight ♥

    Frech lasse ich mal meinen Link da und wünsche alles Gute fürs neue Jahr und einen guten Rutsch!
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2016/12/dark-wonderland-herzkonig.html

    Gefällt mir

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