Weil ich Layken liebe / Weil ich Will liebe

Weil ich Layken liebe / Weil ich Will liebe
Colleen Hoover
Gelesen von  Wanda Perdelwitz / Jacob Weigert 
JUMBO Verlag
Leseprobe
[Spieldauer: 9 Stunden 30 Minuten || 8 Stunden 43 Minuten]
[Preis: 10,99 € || 10,99 €]

Zum Inhalt: Nach dem Tod ihres Vaters zieht Layken zusammen mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder nach Michigan, direkt in die Straße, in der auch Will wohnt. Beide verstehen sich auf Anhieb gut, doch aufgrund eines Kommunikationsproblems geraten sie schon bald in heftige Schwierigkeiten.

Ich hatte mich ja bereits Anfang des Jahres an Hope Forever von Hoover versucht. Ich war eigentlich ganz zufrieden mit dem Buch und dachte, dass ich mit der eigentlichen Erfolgsreihe der Autorin, der Trilogie um Layken und Will, ja nicht viel falsch machen könnte, weshalb ich beide Hörbücher für meinen Urlaub einpackte. Leider kann ich das jetzt im Nachhinein so nicht bestätigen. Ich war ein bisschen froh, als ich die beiden aus der Bibliothek ausgeliehenen Hörbücher wieder abgeben und das Kapitel abschließen konnte, denn am Ende musste ich mich wirklich zwingen, weiterzuhören. Eine spoilerfreie Begründung zu meinem Unmut erhaltet ihr im Folgenden.

Beginnen wir mal von vorne. Das Erste, was mich wirklich ab der ersten Sekunde sehr gestört hat, waren die Erzählerstimmen. Ich hatte mir natürlich dummerweise im Vorfeld keine Hörprobe angehört, denn meine Wahl in der Bibliothek fiel ziemlich spontan aus und auch kurz vor Abflug dachte ich nicht daran, das zu recherchieren. Blöder Fehler, der mir sonst nicht passiert. Das erste Hörbuch schildert die Geschehnisse aus Laykens Sicht, das zweite Hörbuch setzt die Geschichte aus Wills Sicht fort und während ich mich in den ersten Teil tatsächlich noch irgendwie einhörte, wurde der zweite Teil wirklich zur Tortur. Ich verstehe, dass man zwei unterschiedliche Erzählerstimmen haben wollte, da sich die Perspektive ja auch von weiblich zu männlich verschiebt, aber Laykens Stimme in Weil ich Will liebe konnte ich kaum ertragen. Hört also unbedingt vorher einmal rein um herauszufinden, ob euch das zusagt.

Inhaltlich geht es natürlich um die sich entwickelnde Beziehung zwischen Layken und Will, wobei die Autorin es wirklich versteht, witzige Dialoge zu kreieren und auch die Art der Erzählung hat mir gefallen. Es wurden nicht gleich riesige Handlungssprünge gemacht, sondern typische Alltagssituationen aus dem Leben der beiden geschildert. Am Anfang fühlte ich mich beim Hören wirklich pudelwohl und war ganz bei der Erzählung, doch dann schlug die Stimmung leider um. Sowohl bei mir als auch bei Layken und Will. Ich denke, dass die meisten wissen, welche Art von Geschichten Hoover schreibt. Mit Friede, Freude, Eierkuchen kann man nicht rechnen und das war mir auch klar, allerdings ist sie meiner Meinung nach hier etwas über das Ziel hinausgeschossen. Während ich manche Hindernisse, die sich Will und Layken in den Weg stellten, noch durchaus nachvollziehen konnte, war mir in anderen Situationen schleierhaft, warum sie ihren Figuren so etwas antun musste. Vor allem wenn man bedenkt, wie verhältnismäßig wenig sich das ganze Unglück auf den Charakter der beiden auswirkt. Wenn ein Mensch schon so viel Schlimmes durchstehen musste, dann verändert sich doch etwas tief in seinem Inneren und er kehrt nicht relativ schnell in alte Muster zurück. Natürlich möchte ich euch an dieser Stelle nichts verraten, deswegen halte ich das alles hier sehr allgemein. Mir ging der ganze Verarbeitungsprozess einfach zu schnell und die Geschehnisse wurden für mich, so sehr mich das alles durchaus auch emotional berührt hat, unglaubwürdig. Auch die emotionalen Beziehungsdramen, die sich zeitweise abspielten, strapazierten stark meine Nerven. Will hat meiner Meinung nach oft nicht deutlich genug Stellung bezogen und sich dann gewundert, warum nicht alles so läuft, wie er es sich gedacht hat. Streitigkeiten schaukelten sich einfach unvernünftig schnell hoch und wurden dann doch wieder sehr schnell und auf eine ähnliche Art und Weise ad acta gelegt.

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Zum Abschluss noch etwas Positives. Gut gefallen hat mir, dass das Thema Poetry Slam so zentral war. Ich selbst wusste zwar grob, um was es sich dabei handelt, habe aber noch nie einen Slam besucht, obwohl gleich bei mir um die Ecke regelmäßig eine solche Veranstaltung stattfindet. Ich möchte jetzt auf jeden Fall mal hin, denn es scheint unglaublich inspirierend und beeindruckend zu sein. Zudem schloss ich Laykens Mutter und ihre Freund Eddie unglaublich ins Herz. Beide Frauen waren auf ihre Art etwas ganz besonderes, ob nun wegen ihres Humors oder weil sie Layken ganz unterschiedlich, aber dennoch treu, in allerhand Lebenslagen unterstützen.

Ich habe für mich jetzt beschlossen, es mit den Romanen von Colleen Hoover sein zu lassen. Fans ihrer Bücher, haben die Reihe sicherlich schon gelesen und waren damit vielleicht happy, allen anderen kann ich sie leider nicht weiterempfehlen.

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7 Gedanken zu “Weil ich Layken liebe / Weil ich Will liebe

  1. Ich habe bis jetzt auch nur Hope Forever von ihr gelesen, plane aber noch mehr zu lesen. Maybe Someday hab ich auf englisch schon daheim und diese Reihe hab ich mir als Ebooks von der Bücherei heruntergeladen, weil ich nicht weiß ob sie mir zusagen werden und da wollte ich kein Geld dafür ausgeben. Mal sehen wie sie mir gefallen 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Ich hatte mir Hope Forever damals auch aus der Bibliothek ausgeliehen, weil ich mir unsicher war. So ist man immer erstmal abgesichert und braucht sich hinterher nicht ärgern. ^^ Ich bin auf jeden Fall gespannt, was du am Ende für eine Meinung haben wirst! 🙂

      Gefällt 1 Person

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