Traumschrott

Traumschrott
Christian Krumm
Edition Roter Drache
[Seiten: 180 || Preis: 9,99 €]

Dieses Buch wurde mir von Christian Krumm kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Zum Inhalt: In einer Kleinstadt soll ein Literaturpreis vergeben werden und du als Leser nimmst selbst an der Sitzung des entscheidenden Gremiums teil. Bis zur nächsten Sitzung sollen zwölf Manuskripte gelesen werden, die alle zu dem Thema Traumschrott verfasst wurden. Dann wird sich das Gremium erneut treffen und abstimmen, welche Geschichte gewonnen hat.

Traumschrott ist wirklich ein besonderes Buch. Nicht nur wegen seiner Größe, auch die Unterteilung, Umsetzung und die Vielschichtigkeit haben mich sehr begeistert. Den Rahmen des Buches markieren die oben bereits erwähnten Sitzungen des Gremiums, dass aus Menschen ganz unterschiedlicher Sparten (Politik, Wirtschaft, Kunst) zusammengesetzt ist. Neben diesen Vertretern sind noch ein Praktikant und schließlich der Leser, also du, anwesend. Im ersten Moment war ich etwas verwirrt, tatsächlich persönlich angesprochen und mit einbezogen zu werden, doch als ich den ersten Schreck überwunden hatte, fand ich es unheimlich interessant, Teil des Geschehens zu sein.
Schließlich werden im Anschluss an die Sitzung die Kurzgeschichten ausgeteilt und alle Mitglieder des Gremiums, auch du als Leser, bekommen die Aufgabe, sie zu lesen. Jedes folgende Kapitel handelt somit eine Kurzgeschichte ab, die dem Gremium zugesandt wurde.

Das besondere an den Kurzgeschichten ist vor allem, wie stark sie sich hinsichtlich des Sprachstils voneinander unterscheiden. Abhängig von den Figuren und der Situation wechselt der Autor zwischen lockerem Smalltalk,  religiöser Berichterstattung und allem, was dazwischen liegt. Der Ausdruck ist so vielseitig, dass man wirklich den Eindruck bekommt, dass jede Geschichte von einem anderen Autor verfasst wurde. Eines haben sie alle aber dennoch gemeinsam. Jede Geschichte thematisiert auf ihre eigene Weise unsere Gesellschaft, nutzt verschiedene Probleme als Aufhänger beziehungsweise macht auf Missstände aufmerksam und ist so viel mehr, als etwas zum Berieseln lassen. Auf den ersten Blick erscheinen manche Kurzgeschichten vielleicht skurril oder etwas verrückt, doch sobald man intensiver über sie nachdenkt, wird jeder seine eigenen Schlüsse ziehen können und merken, dass es um so viel mehr geht. Lässt man sich auf das Buch ein, nimmt sich also Zeit dafür, um alles auf sich wirken zu lassen, und bleibt bei der Sache, wird man am Ende definitiv nicht enttäuscht.

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Mir wird Traumschrott auf jeden Fall noch eine ganze Weile im Kopf herumspuken, ich verzichte an dieser Stelle auf diverse Deutungsversuche der Kurzgeschichten, denn jeder hat schließlich einen anderen Blick auf die Dinge, und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich das Buch lesen durfte. Ich weiß nicht, ob ich von allein auf diese außergewöhnliche Geschichte gestoßen wäre, in der Regel liegt mein Schwerpunkt ja auf anderen Genres, deswegen kann ich euch dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen und bin gespannt, was ihr dazu sagt.

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7 Gedanken zu “Traumschrott

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