Paris, du & ich

Paris, du & ich
Adriana Popescu
cbj Verlag
Leseprobe
[Seiten: 352 || Preis: 14,99 €]

Dieses Buch wurde mir vom cbj Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Zum Inhalt: Emma hat sich Hals über Kopf in den französischen Austauschschüler Alain verliebt und möchte ihn nach seiner Rückkehr in seine Heimat Paris mit einem Besuch überraschen. Leider kommt alles anders, als geplant und Emma steht ohne Bleibe und mit gebrochenem Herzen da. Unverhofft trifft sie auf Vincent, der ebenfalls einiges durchgemacht hat und zusammen versuchen sie das Beste aus Paris zu machen.

Von Paris, du & ich versprach ich mir eine leichte Lektüre für warme Tage, die vielleicht ein wenig Fernweh in mir auslöst und Lust auf das Reisen, insbesondere auf Paris, macht. Ich konnte den Eiffelturm leider noch nicht aus der Nähe bewundern, denn obwohl ich als Kind einmal im Disneyland war, blieb keine Zeit für eine Stadtbesichtigung. Irgendwann möchte ich aber auch in einem kleinen Café sitzen und in ein warmes Croissant beißen, während ein Straßenmusiker leise im Hintergrund spielt. Dank Emma sind nun auch noch ein paar mehr Gründe dazugekommen, warum ich mir Paris nicht entgehen lassen darf.

Ich persönlich brauchte erst einmal ein paar Seiten, um mich auf die Handlung als solche einzulassen, denn nachdem ich in der letzten Zeit vornehmlich Fantasybücher und Romane gelesen habe, in denen die Protagonisten und Protagonistinnen wesentlich älter oder der Situation geschuldet nicht so „unschuldig“ waren, musste ich mich an die Gedanken, Zweifel und Probleme der sechzehnjährigen Erzählerin Emma zunächst gewöhnen. Emma liest leidenschaftlich gerne, beispielsweise Hemingway, und ist ansonsten ein relatives fröhliches und liebenswertes Mädchen, das einfach versucht, seinen ersten, großen Liebeskummer zu überwinden. Hilfe bekommt sie dabei von Vincent, der sich auf diesem Gebiet bereits ebenfalls gut auskennt und den sie zufällig über den Weg läuft. Mit seiner Vorliebe für ausgefallene Socken, ein paar hilfreichen Tipps und seinem ansteckenden Humor reißt er Emma aus ihrer Tris­tesse und besucht mit ihr zusammen die schönsten Ecken von Paris.
Die Unternehmungen, die die beiden zusammen starten, sind unglaublich süß und zielen nicht auf das typische Touriprogramm ab, was ich richtig super fand. Karussell fahren, in Bücherläden stöbern, sich auf Bilder schleichen, es war, als wäre ich selbst die ganze Zeit mit den beiden unterwegs gewesen, denn alles wirkte sehr authentisch. Adriana Popescu versteht es einfach, einen in die verwinkelten Gassen und kleinen, versteckten Restaurants zu entführen, die lediglich von Kerzen und Lichterketten erhellt werden.

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Ehrlicherweise muss man aber sagen, dass der Handlungsverlauf keine Überraschung war, sondern dem Muster der meisten Jugendbücher entsprach. Das ist natürlich immer etwas schade, macht das Buch jetzt aber nicht schlecht. Mehr gestört hat mich da Emmas Art, sich immer sofort stark in bestimmte Situationen hineinzusteigern oder jedes gesprochene Wort ihres Gegenübers auf die Goldwaage zu legen. Sie analysiert alles, was Vincent von sich gibt, und hat entweder Angst, dass sie nicht seine Nummer 1 ist, oder findet es wieder merkwürdig, wenn sie von anderen für die Freundin von Vincent gehalten wird. Das entspricht natürlich auch in gewisser Weise vielleicht dem temporären Verhalten in diesem Alter, war mir aber einfach ein zu großes Hin und Her. Auch die Tatsache, dass Emmas Eltern sie nach Paris zu Alain fahren lassen, ohne sich groß zu melden, empfand ich als ein klein wenig unrealistisch, aber gut, eventuell bin ich da auch etwas spießig.

Adriana Popescu Art zu Schreiben fand ich insgesamt sehr angenehm. Man steigt direkt in die Handlung ein und das gesamte Buch über gab es keine unnötigen Längen, während der ich mich gelangweilt habe. Viele Szenen und Wortgeplänkel haben mich wirklich gut unterhalten, wenn ich auch manchmal das Gefühl hatte, dass die Autorin zwanghaft bekannte Vergleiche (beispielsweise der Verweis auf Mittelerde) genutzt hat, um zu erheitern. Den Seitenhieb gegen die DB fand ich allerdings trotzdem ziemlich gut. Ein tolle Idee sind meiner Meinung auch die im Buch abgedruckten, tagebuchähnlichen Briefe, die Emma an die Stadt Paris schreibt. Das passte einfach gut zu ihrer Persönlichkeit und ihrer Liebe zum Schreiben sowie zu Büchern. Genauso liebevoll gestaltet wurden auf die Überschriften, die sowohl in Französisch als auch in Deutsch den folgenden Abschnitt einleiteten.

Insgesamt handelt es sich bei Paris, du & ich um eine süße Liebesgeschichte, die einem durchaus den ein oder anderen Nachmittag in der Sonne vertreibt, dabei aber keine verblüffenden Wendungen nimmt, sondern vielmehr mit ihrem Charme und der Kulisse Paris punktet.

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2 Gedanken zu “Paris, du & ich

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