Wie Blut so rot

Wie Blut so rot
Marissa Meyer
Carlsen Verlag
[Seiten: 432 || Preis: 19,90 €]

Vorsicht! Bei dieser Rezension handelt es sich um einen zweiten Teil! Wer Band 1, Wie Monde so silbern, noch nicht gelesen hat und nicht möchte, dass Informationen vorweggenommen werden, der sollte hier NICHT weiterlesen!

Inhalt: Scarlets geliebte Großmutter ist wie vom Erdboden verschluckt und Scarlet hat nicht vor, noch länger untätig zu bleiben. Der zwielichtige Straßenkämpfer Wolf scheint ihr bei ihrer Suche helfen zu können, bei der auch Geheimnisse ans Licht kommen, die im Zusammenhang mit der verhafteten Cinder stehen.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich den ersten Teil der Luna-Chroniken zwar nicht schlecht fand, er mich aber nicht so richtig vom Hocker gerissen hat. Das ist wohl auch der Grund, warum Wie Blut so rot jetzt schon fast ein halbes Jahr bei mir im Regal stand, bevor ich mich durchringen konnte, es endlich mal zu lesen.
Ich hatte einfach Angst vor einer weiteren, kleinen Enttäuschung und habe es deswegen etwas vor mich hergeschoben. Aber ich muss sagen, dass diese Angst ziemlich unbegründet war, denn der Folgeband hat mich um einiges mehr angesprochen!

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Das liegt vor allem an den beiden Protagonisten Scarlet und Wolf, mit denen ich wesentlich stärker sympathisierte als mit Cinder und Kai. Natürlich fieberte ich im ersten Band mit Cinder mit und war beeindruckt von ihrem Biss und ihrer unglaublichen, inneren Stärke, allerdings wurde sie mir keine gute Freundin und blieb für mich immer einen Ticken zu distanziert. Auch Kai war für mich als Prinz eher weniger interessant und konnte mich nicht packen.
Scarlet hingegen mochte ich auf Anhieb sehr gerne! Sie versprühte so viel Leben und ich schmunzelte oft über ihre aufbrausende Art. Wie sie sich um ihre Großmutter sorgte, hat mich wirklich sehr berührt. Beim Gedanken daran, dass jemand, der mir wichtig ist, von heute auf morgen verschwindet, wird mir ganz schlecht und ich konnte es unheimlich gut verstehen, dass sie alle Hebel in Bewegung setzte und sich vielleicht auch etwas unüberlegt in Gefahr begab, um ihre Grandmère zu finden.
Auch Wolf schloss ich als vermeintlich zwielichtigen Kneipenbesucher sofort in mein Herz, auch wenn ich ihn vor allem zum Ende hin gerne etwas geschüttelt hätte. Sein Verhalten war teilweise sehr gegensätzlich. Knallharter Straßenkämpfer? Zurückhaltendes Reh? Meine Neugier wurde geweckt und ich wollte mehr über den rätselhaften Kerl erfahren. Das ein oder andere verträumte Seufzten ließ sich in diesem Zusammenhang natürlich auch einfach nicht vermeiden.

Verzeiht mir, dass ich erneut zu einem Vergleich zum ersten Band ansetze, aber ich habe beim Lesen von Wie Blut so rot erst richtig begriffen, was mich am Vorgänger gestört hat. Stichwort hier: Dynamik. Versteht mich nicht falsch, in Wie Monde so silbern wurde es handlungstechnisch nicht langweilig und ich staunte über so einige Wendungen nicht schlecht. Das Gleiche gilt auch für den zweiten Teil, der sogar noch spannender war, da viele Zusammenhänge, die wichtig für den ganzen Schlamassel sind, erst richtig deutlich wurden und es einige Aha-Erlebnisse gab. Aber endlich gab es auch mal ein bisschen Bewegung und man verblieb nicht die ganze Handlung über in EINER Stadt. Ich brauche einfach immer mal wieder einen kleinen Tapetenwechsel, sonst werde ich unaufmerksam. Umso mehr freute ich mich also darüber, dass ich Neu-Peking endlich hinter mir lassen konnte!

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Um noch einmal auf die Handlung an sich zu sprechen zu kommen, es hat mich wirklich stark beeindruckt, wie Meyer einen Teil des Puzzles innerhalb des zweiten Buches nach und nach zusammengesetzt hat! Ich habe ständig versucht das komplexe Geflecht aus Hinweisen schon vorzeitig zu entschlüsseln, was mir allerdings nur semi-gut gelang. Ich bin vor allem gespannt, wie die anderen zwei Mädels in die bestehende Handlung integriert werden und welche Rolle ihre Geschichte spielen wird.
Zum Ende hin störte mich ein bisschen das dauernde Auf und Ab des Spannungsbogens. Natürlich wird auf ein Finale hingearbeitet usw., aber es erschien mir doch ein bisschen zu viel des Schlechten. Nicht gestört, aber überrascht haben mich außerdem die mitunter durchaus gewalttätigen Szenen, die ich als Game of Thrones Fan natürlich locker weggesteckt habe, so aber nicht habe kommen sehen.

Wie Sterne so golden ist der dritte Band der Luna-Chroniken und wartet bereits auf meinem Wunschzettel darauf, adoptiert zu werden. Vielleicht setzte ich bereits im kommenden Monat die Reihe fort. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob ich vom dritten Band ebenfalls so angetan bin.

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3 Gedanken zu “Wie Blut so rot

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