Die Königin der Schatten – Verflucht

Die Königin der Schatten – Verdammt
Erika Johansen
Heyne Verlag
Leseprobe
[Seiten: 608 || Preis: 14,99 €]

Dieses Buch wurde mir vom Heyne Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Vorsicht! Bei dieser Rezension handelt es sich um einen zweiten Teil! Wer Band 1, Die Königin der Schatten, noch nicht gelesen hat und nicht möchte, dass Informationen vorweggenommen werden, der sollte hier NICHT weiterlesen!

Inhalt: Die Armee der Roten Königin steht vor den Toren Tearlings und Kelsea versucht mit allen Mitteln den drohenden Krieg zu verhindern. Doch nicht nur die Mort-Armee fordert ihre Aufmerksamkeit, auch die Vergangenheit scheint sie einzuholen und bringt einige Erkenntnisse mit sich.

Als ich letztes Jahr mit Erika Johansens Reihe um Kelsea begann, war Band 1 gerade erst erschienen und, so hatte ich es jedenfalls empfunden, noch relativ unbekannt. Jetzt tauchen überall Bilder der Reihe auf und die Fangemeinde wächst. Zu Recht, wie ich finde, denn die Geschichte weiß zu überzeugen und auch der zweite Teil stellt eine gelungene Fortsetzung dar!

Während man im ersten Teil direkt in Kelseas Welt geworfen wird, ohne detaillierte Hintergrundinformationen darüber zu erhalten, wie es überhaupt zu dieser Mischung aus Moderne und Mittelalter gekommen ist, nimmt die Vergangenheit und somit auch die sagenumwobene „Überfahrt“ in Die Königin der Schatten – Verflucht endlich mehr Raum ein. Nach langer Zeit wurden einige von den Fragen geklärt, die mir bereits von Anfang an auf der Seele brannten. Wie kam es überhaupt zu der „Überfahrt“? Wer hat sie organisiert? Wie kann ich mir insgesamt die Welt und Menschen vor der „Überfahrt“ nach Tearling vorstellen? Die Methode, mit der einem all die Informationen näher gebracht wurden, fand ich dabei besonders spannend und wirklich gut gewählt. Ich hoffe ja, dass auch im Folgeband auf diese Art der Erzählung zurückgegriffen wird, denn einige Rätsel bleiben nach wie vor ungelöst.

Doch nicht nur die Geschichte Tearlings wird eingehender beleuchtet, auch viele Figuren wie die Rote Königin, Mace oder der Fetsch werden transparenter, was ihre Lebensgeschichte betrifft. Insgesamt scheint der Fokus dieses Bandes vor allem auch auf den zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere zu liegen. Dabei steht besonders Kelsea im Mittelpunkt, die eine spürbare Entwicklung durchmacht. Die Folgen ihrer Entscheidung, den Menschenhandel nach Mortmesne abzuschaffen, fordern ihr einiges ab und treiben sie zu Handlungen an, die sie zu Beginn ihrer Regentschaft strikt abgelehnt hätte. Als Königin trägt sie gegenüber ihrem Volk natürlich eine immense Verantwortung und hat eine unglaubliche Angst davor, zu versagen. Dementsprechend greift sie nach jedem Strohhalm. Ich persönlich war während des Lesens oft zwiegespalten, denn zum einen konnte ich oft verstehen, warum Kelsea manche ihrer noch zuvor sorgsam aufgestellten Werte über Bord warf, zum anderen war sie in meinen Augen manchmal auch einfach ein dickköpfiges Kind, das sich von niemanden etwas vorschreiben lassen und stattdessen allein bestimmen wollte. Tauschen würde ich mit ihr allerdings auch nicht wollen.

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Magisch wird es selbstverständlich auch. Es handelt sich dabei aber nicht um märchenhaften Disneyzauber, sondern eher um eine etwas düstere Version davon. Einen ersten Vorgeschmack auf die Kraft von Kelseas Steinen bekam man ja bereits Ende des ersten Teils, da ließ Kelsea es ja schon ordentlich krachen. Die Steine bleiben im Nachfolger der zentrale Dreh- und Angelpunkt des Buches: jeder will sie und überall haben sie ihre Finger im Spiel. Ich will nicht groß etwas vorwegnehmen, nur so viel, ich musste nicht selten an die Beziehung zwischen Frodo und seinem Ring denken. Und da war ich sicher nicht die Einzige.

Ein großer Fan war ich erneut von dem mürrischen, immer ernst dreinblickenden Mace, unter dessen harten Schale sich durchaus Humor und Fürsorge versteckten und von Pater Tyler, der trotz seines Alters unglaublich tapfer war und dem auf ihn abzielenden Psychoterror standhielt. Apropos Terror, das absolute Grauen löste bei mir jedes Mal der Heilige Vater aus, der mit seinen krankhaften Ansichten selbst die Rote Königin in den Schatten stellte. Von seinem ersten Auftritt an, wünschte ich mir einen üblen Unfall, der ihn so schnell wie möglich zur Strecke bringt.
Und ach ja, dann wäre da ja noch der Fetsch. Muss ich das überhaupt näher ausführen? Ich liebe diesen Kerl einfach!

Was die Handlung angeht, gibt es für mich zusammenfassend also nichts zu meckern. Es ging stets voran, anfangs gemächlicher, später wurde ordentlich Fahrt aufgenommen. Die Ereignisse machten mit dem Blick auf das Ganze viele Zusammenhänge deutlich und besonders schön fand ich die Einflechtung der individuellen Auswirkungen von Macht und Eitelkeit.
Der Stil der Autorin gefiel mir ebenso gut wie im ersten Teil, ich hatte lediglich ein paar kleinere Probleme mit den Perspektivwechseln. Da diese nicht mit den Namen der Personen eingeleitet werden, musste ich manchmal kurz überlegen, um wen es gerade eigentlich geht.

Gerüchten zufolge soll die Reihe auch verfilmt werden, was wirklich unglaublich cool wäre. Nicht zuletzt, weil Emma Watson, die bereits von den Büchern schwärmte und  mich auch beim Kauf des ersten Teils überzeugt hat, die Hauptrolle spielen soll!

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5 Gedanken zu “Die Königin der Schatten – Verflucht

  1. Hallöchen 🙂
    Oh, jetzt überlege ich doch, ob ich die Reihe weiterverfolge. Der erste Teil hat mir ganz gut gefallen, allerdings blieben mir da zu viele Fragen offen, die hier nun anscheinend etwas geklärt werden 🙂 Zudem mochte ich Mace und der Fetsch sehr. Du hast mich auf jeden Fall wieder neugierig auf die Reihe gemacht 😀
    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

    1. Huhu!
      Also es werden wirklich viele offene Fragen, vor allem die „alte“ Welt betreffend, geklärt und alles fügt sich so langsam zusammen. 🙂 Vom Fetsch kann ich auch nicht genug bekommen, leider macht er sich immer sehr rar! Ich kann dir auf jeden Fall nur empfehlen, auch den zweiten Band zu lesen!

      Gefällt 1 Person

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