Der Weg der Könige

Der Weg der Könige
Brandon Sanderson
Heyne
Leseprobe
[Seite: 896 || Preis: 14,99 €]

Das Buch wurde mir vom Heyne Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Inhalt: Die Welt Roschar, einst von mächtigen Kriegern geschützt, droht zu zerfallen. Großstürme und Kriege suchen die Menschen heim und Hoffnung ist nicht in Sicht. Doch vier Menschen versuchen auf ihre ganz eigene Weise dennoch ihren Weg zu gehen und suchen das Licht in der Dunkelheit.

Ich wollte schon ewig Die Sturmlicht-Chroniken von Sanderson lesen, hatte das Buch auch unzählige Male im Laden in der Hand, aber irgendwie ist es nie bis zur Kasse mitgekommen. Ich hatte wohl einfach Angst vor einer neuen, so umfassenden Fantasy-Reihe, die dazu auch eher wenig bis gar nicht in meinem Instagram-Verlauf auftauchte. Wie sich rausgestellt hat, haben die meisten einfach eher andere Werke, wie die Mistborn-Reihe, von Sanderson gelesen und waren von diesen sehr begeistert. Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich mich am Ende doch endlich getraut habe.

Die von Sanderson konstruierte Welt Roschar ist unheimlich komplex und mit nichts zu vergleichen, was ich bisher gelesen habe. Angefangen bei Himmelsaalen, die in den Küstenstädten leben, über unbarmherzige Großstürme, die alles mit sich reißen, was keinen Unterschlupf gefunden hat, bis hin zu den magischen Splitterklingen, um die stets erbitterte Kämpfe ausbrechen, ist alles neu.
Dementsprechend hat es auch seine Zeit gedauert, bis ich mich überhaupt einigermaßen zurechtgefunden habe, denn ausufernde Erklärungen zu unbekanntem Vokabular gibt es in der Regel nicht und gerade am Anfang ist man oft einfach etwas verwirrt. Alles erschließt sich erst nach und nach. Das ist auch der Grund, warum ich das Buch eher für einen Urlaub oder eine etwas ruhigere Zeit empfehlen würde, denn es handelt sich hier nicht um eine Lektüre für zwischendurch.
Insgesamt sind bereits schon drei Folgebände erschienen und ich denke, dass man mit jedem weiteren Band tiefer in die Materie eintauchen wird. Der erste Band stellt meiner Vermutung nach so etwas wie eine sehr ausführliche Einleitung dar und legt den Grundstein für die folgenden Ereignisse.

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Erzählt wird immer wieder aus verschiedenen Perspektiven. Den größten Teil nehmen dabei aber vier, ganz unterschiedliche Menschen ein.
Zum einen wäre da Dalinar, ein alternder Krieger, der stets Großes vollbracht hat, sich nun aber zusehends verändert und vor einigen, schwierigen Entscheidungen steht. Es war für mich sehr spannend zu sehen, inwiefern und vor allem warum sich Dalinars Charakter und Werte im Vergleich zu früher verändert haben und wie sein Umfeld darauf reagiert.
Dann hätten wir noch Kaladin, der zum Sklaven wird und fortan viele schwere Prüfungen zu bestehen hat. Seine Perspektive war mir mit Abstand die liebste. Man erfährt nur sehr bruchstückhaft, wie genau er in diese Situation gekommen ist, begreift aber nach und nach, was er in seinen jungen Jahren schon alles geleistet und erlebt hat. Ich bewunderte außerdem seine innere Stärke und seine ausgeprägte Menschlichkeit, die angesichts der Umstände sehr beeindruckend war.
Der Nächste ist der Assassine Szeth, der überhaupt erst überwiegend für den anhaltenden Tumult in Roschar verantwortlich ist. Bezüglich seines Charakters war ich mir hier am unschlüssigsten und schwankte zwischen Bedauern und Unglauben, denn die Natur seiner Dienste, beziehungsweise wie diese überhaupt in Anspruch genommen werden können, ist ziemlich absurd.
Als Letztes hätten wir noch die Adlige Schallan, die sich allein wegen der Rettung ihrer Familie auf eine lange Reise begibt. Bei ihr gibt es vor allem einen Konflikt zwischen ihrer familiären Verantwortung und ihrer zweitgrößten Passion, der Wissenschaft. Ihr und ihrer Situation gegenüber empfand ich ziemlich viel Mitleid, ich selbst wüsste nämlich nicht, wie ich handeln sollte.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich noch nicht einen so engen Draht zu den Figuren habe. Woran das genau liegt, kann ich nicht im Speziellen sagen, vielleicht weil es so viele parallele Handlungsstränge gibt. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Charaktere so vielschichtig sind und mir vieles einfach noch nicht ganz klar ist.
Die Perspektiven der anderen Nebencharaktere waren auch nicht immer aufschlussreich und manchmal wusste ich nicht, warum genau mir gerade ein bestimmter Abschnitt vorgestellt wurde. Das gehört wohl wieder zu einem der Rätsel von Sanderson, die sich erst im Laufe der nächsten Teile lüften.

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Wenn man alle seine Sinne beisammen hat und sich nicht von der anfänglichen Ratlosigkeit bremsen lässt, liest sich das Buch trotz seiner Dicke gut. Natürlich gab es auch mal Abschnitte, die ich eher als etwas langatmig empfand, aber da bei Sanderson ja scheinbar alles irgendwie früher oder später wichtig ist, darf man nicht unaufmerksam werden. Der Autor gibt außerdem durchgehend detaillierte Beschreibungen seiner erschaffenen Welt, die durch kleine Skizzen konkretisiert werden und dabei helfen, Städte, Umgebungen und Figuren aufleben zu lassen.
Die Handlung an sich war für mich dabei nie vorhersehbar und schaffte es auch nach ruhigeren Abschnitten wieder Tempo aufzunehmen.

Abschließend kann ich also sagen, dass Der Weg der Könige ein unglaublich umfassender und durchaus anspruchsvollerer Einstieg in Die Sturmlich-Chroniken ist, der besonders mit Blick auf seine komplexen Figuren und seinen detaillierten Weltenentwurf noch unzählige Fragen offen lässt.

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2 Gedanken zu “Der Weg der Könige

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