Die Tochter des letzten Königs

Die Tochter des letzten Königs
Sabrina Qunaj
Goldmann
Leseprobe
[Seiten: 704 || Preis: 9,99 €]

Zum Inhalt:
Die junge Fürstentochter Nesta wird aus ihrer Heimat Südwales entführt und muss fortan unter den Normannen leben. Ihr königliches Blut und ihre Schönheit machen sie für ihre Entführer unheimlich kostbar und so erregt sie auch die Aufmerksamkeit von Königen und walisischen Rebellen.

Ich hatte mal wieder richtig Lust auf einen historischen Roman und statt endlich mal die Highland-Saga weiterzulesen, habe ich mich dem 1. Geraldines-Roman zugewandt. Ich bereue meine Entscheidung nicht, denn die deutsche Autorin hat mich mit der Geschichte um Nesta wirklich packen können.

Da man Nesta insgesamt über mehrere Jahre begleitet, kann man sehr gut beobachten, wie sie sich von einem kleinen Mädchen zu einer jungen Frau entwickelt. Doch lernt man nicht nur die Fürstentochter mit der Zeit immer besser kennen, auch andere Figuren begleiten einen über viele Jahre und man kommt nach und nach einigen Geheimnissen und Biografien auf die Schliche. Ich mag Romane, die über mehrere Jahre angelegt sind, sehr gerne, denn dann wirken die Entwicklungen nicht, als würden sie sich unnatürlich schnell vollziehen. Vor allem in Young Adult-Büchern kommt man ja manchmal gar nicht mehr mit der Persönlichkeitsentwicklung der Figuren mit, innerhalb von 100 Seiten wird alles umgerempelt.

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Nesta mochte ich als Hauptfigur wirklich sehr gerne, denn sie war unglaublich zäh und hielt mit ihrer Meinung in der Regel nicht hinter dem Berg, auch was politische Dinge anging. Das war zur damaligen Zeit sehr ungewöhnlich und wurde nicht gerne gesehen, doch unabhängig davon, wie oft sie für ihr Auftreten und ihre Art belächelt, bestraft und belehrt wurde, sie blieb sich größtenteils treu. Vor allem die Männer aus dem Roman waren von Nestas oberflächlichen Schönheit so geblendet, dass sie mit dem scharfen Verstand dahinter nicht rechneten. Sie kämpfte immer für ihre Standpunkte und lies sich nicht einfach unterwerfen, was sie in meinem Augen, trotzdem ich in manchen Hinsichten anderes gehandelt hätte, zu einer unglaublich starken Frau macht. Figuren, die mir ebenfalls mit der Zeit ans Herz gewachsen sind, waren Richard (trotz einigen Ausrutschern) und Ansfride.

Zur Handlung lässt sich sagen, dass es natürlich, ganz typisch für historische Romane, vor allem viele politische Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Parteien gab. Man musste aufpassen, dass man das groß angelegte Figurennetz immer im Hinterkopf behielt, denn Intrigen und Verrat gab es überall und eben noch Verbündete wurden im nächsten Augenblick zu Feinden. Die Schauplätze haben mir insgesamt sehr gut gefallen, auch wenn gerade die Landschaften nicht so detailliert beschrieben wurden wie bei Diana Gabaldon. Es wurde immer wieder zwischen Burgen und Sitzen hin und her gereist, was stets ein bisschen Abwechslung bezüglich der Handlungsorte brachte. Ansonsten Konzentriert sich alles auf den Konflikt zwischen den Normannen und den Walisern und Nestas Rolle bei diesem politischen Geflecht.

Erzählt wird die Handlung dabei aus Nestas Sicht und damit war ich vollkommen zufrieden. Andere Perspektiven hätten mich eher verwirrt, denn wie gesagt, es war manchmal nicht so einfach, den Überblick zu behalten.

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Punkte, die mich ein wenig gestört haben, waren, dass es teilweise ganz schön große Zeitsprünge gab, die hinterher nur knapp mit Informationen gefüllt wurden. Natürlich lag das auch daran, dass Nesta nicht überall dabei war und in keine Schlacht geritten ist und sicher konnte die Autorin auch nicht immer alles recherchieren, aber dann hätte ich mir da ein wenig künstlerische Freiheit gewünscht. Die Tatsache, dass die Autorin allerdings viel Mühe und Aufwand mit der intensiven Recherche der historischen Hintergründe hatte, fand ich sehr beeindruckend. Im Anschluss an den Roman sagt sie noch einiges zu den historischen Figuren wie Nesta oder Henry und erläutert verschiedene Dinge. Unbedingt mal reinschauen! Für mich etwas anstrengend war auch, dass gewisse Abschiedsszenen immer wieder durchgespielt wurden, was aber vor allem dem Krieg geschuldet war, mit der Zeit bin ich dahingehend jedoch einfach wenig abgestumpft, weil das für mich binnen kurzer Zeit wie ein Déjà-vu war.

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