Fußnote: Bibliotheksbesuche

Angefangen hat alles mit meinen Großeltern. Als Kind war ich 1x die Woche bei ihnen zu Besuch und wurde deswegen auch irgendwann auf die Bibliothek aufmerksam, die sich nur einige Meter vor ihrer Haustür befand. Irgendwann nahm mich meine Oma mit und beantragte mit mir zusammen einen Ausweis.
Ab da gab es für mich kein Halten mehr.

Weil sich zu der Zeit meine Fantasy Leidenschaft noch nicht ganz so stark durchgesetzt hatte wie heute, durchstöberte ich immer die gesamte Kinder- und Jugendbuchabteilung. Ich kann mich kaum noch daran erinnern, welche Bücher ich genau gelesen habe, dafür ist das alles schon viel zu lange her und ein Lesetagebuch führe ich ja leider erst seit diesem Jahr. Auf jeden Fall achtete ich nicht auf ein bestimmtes Genre, sondern schleppte einfach alle Bücher, deren Inhaltsangabe interessant klang, mit nach Hause.
Doch nicht nur die Kinder- und Jugendbuchabteilung wurde von mir ausgiebig untersucht, auch der Bereich mit den Reiseberichten und die Bereiche zu Kulturen aus aller Welt und über Tiere waren für mich ein kleines Paradies.
Ich konnte mich ziemlich schnell für bestimmte Themen begeistern und habe unglaublich viel dazu gelesen. Eine dieser fanatischen Ideen war auch, mir die japanisch Sprache mit Hilfe von Büchern selbst beizubringen. Ich habe dafür sogar richtige Lernhefte angelegt. Wie man sieht, wer hätte das gedacht, ist daraus aber nichts geworden.

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Da die Bibliothek relativ alt war, wurde sie irgendwann komplett umgebaut und war für lange Zeit nicht zugänglich. Die Bücherbestände wurden zwar gleich daneben in eine Turnhalle verlegt, doch irgendwie kam ich mit dem System nicht zurecht und wirklich schön, war es dort auch nicht. Aus diesem Grund bin ich der Bibliothek bestimmt zwei, drei Jahre fern geblieben und auch mein Ausweis war dann schon lange abgelaufen.
Die neue Bibliothek ist ein absoluter Blickfang und wirklich schön geworden, sodass ich kurz nach ihrer Eröffnung einen neuen Ausweis beantragt habe. Jetzt schreibe ich dort manchmal meine Hausarbeiten und leihe mir auch Unilektüre aus, aber vor allem nutze ich den umfangreichen Belletristik-Bestand und stöbere im Jugendbereich.

Ich leihe mir vor allem Bücher aus, bei denen ich mir unsicher bin, ob sie mir auch wirklich gefallen oder lese Taschenbücher, zu denen ich nicht einen so starken Bezug habe und die eher unter die Kategorie Zuglektüre fallen. Solche Bücher muss ich dann nicht im Regal stehen haben. Ich bin auch auf den Geschmack von Hörbüchern gekommen und habe mir vorgenommen, in dieser Richtung mehr zu stöbern. Auch Klassiker wollte ich öfter mit nach Hause nehmen, aber das klappt irgendwie noch nicht so gut. Ich habe Zuhause immer 2-3 Bücher aus der Bibliothek rumliegen, manchmal muss ich aufpassen, dass ich sie nicht ganz vergesse, denn in letzter Zeit türmen sich hier so einige Stapel.
Ich finde einfach, dass eine Bibliothek eine unheimlich wichtige Institution ist und möchte sie wirklich nicht missen, denn ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut, wenn ich durch die Eingangstür trete. Man kann dort einfach so viel entdecken und es ist einfach auch mal schön, ein bereits etwas zerleseneres Exemplar in den Händen zu halten statt immer nur die druckfrischen Werke. Da steckt einfach auch schon ein bisschen eine kleine Geschichte dahinter.

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Wie ist das bei euch? Findet ihr Bibliotheken eher langweilig oder könnt ihr euch auch dafür begeistern? Und welche Bücher habt ihr zuletzt ausgeliehen?

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10 Gedanken zu “Fußnote: Bibliotheksbesuche

  1. Also ich habe auch in der Bibliothek “angefangen“
    Übrigens ein sehr schön geschriebener Post 😀
    Aber zurück zum Thema, denn ich habe damals von meiner Mutter immer Bücher mitgebracht bekommen und habe ihr irgendwann auch gesagt, welche Bücher sie mir mitgeben soll, denn die Bücherei war doch ziemlich weit weg und nicht so schön wie eure 😀

    Deshalb bin ich irgendwann davon weggekommen und habe ganz natürlich damit angefangen auszusortieren und nur noch Bücher zu kaufen, die mich auch wirklich interessieren…
    Ob das besser ist, als sich ein paar auch mal auszuleihen, kann ich leider nicht sagen *grins*

    Aber ein wunderschöner Post und von mir viele liebe Grüße,
    Anna

    Gefällt 1 Person

    1. Ich hatte auch Glück, dass meine Großeltern bei sich die Bibliothek hatten, weil damals bei mir auf dem Dorf gab es auch keine wirklich schöne. Kaufen ist natürlich an sich irgendwie immer was anderes, dann ist es ganz allein dein Schatz. Wenn ich jetzt ein gutes Buch aus der Bib gelesen habe, will ich es mir meistens dann auch holen, damit es im Regal steht. ^^ Man kommt also trotzdem oft nicht drum herum. Und sobald man aus der Schüler- und Studentenzeit raus ist, hat man ja auch mehr die Mittel, um sich seine Bücherwünsche immer schnell erfüllen zu können. 🙂
      Dankeschön! ❤
      Liebe Grüße
      Maren

      Gefällt 1 Person

  2. Bibliotheken finde ich gerade am Anfang und in jungen Jahren sehr hilfreich – einfach wie ein Tor zu einer anderen Welt.
    Unsere kleine Dorfbücherei ist wirklich toll, seitdem sie von einer jungen und motivierten Frau übernommen wurde, leider fehlte mir aber bisher die Zeit und die Lust dort regelmäßig hinzugehen. Vielleicht sollte ich dies noch einmal überdenken 🙂
    Liebe Grüße, Giv.

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    1. Genau, wenn man noch nicht selber das Geld hat, um sich groß Bücher zu kaufen, ist das eine tolle Lösung!
      Das klingt wirklich schön, in unserem Dorf wurde die Bibliothek leider etwas vernachlässigt. Dabei ist es ja gerade dort eine tolle Sache.
      Ich denke, dass man ab einem gewissen Alter (und mit den finanziellen Möglichkeiten des Arbeitslebens) dann auch einfach mehr Bücher kauft, anstatt sie auszuleihen. 🙂
      Liebe Grüße
      Maren

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  3. Ja, das ist wirklich das Beste! Alle Genres sind vertreten und du hast eine so große Masse an Büchern zur Verfügung, dass du gar nicht weißt, wo du zuerst mit Stöbern anfangen sollst! 😀
    Liebe Grüße
    Maren

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  4. Hey Maren,
    Wenn ich mal meinen gesamten Sub abgebaut habe, habe ich mir vorgenommen, wieder öfters in die Bibliothek zu gehen, da sie erstens nicht weit entfernt ist und so viel Auswahl bietet. (Hauptbücherei Wien) Letztes Jahr habe ich auch min. 10 Bibliotheksbücher gelesen. 🙂

    Aber dieses Jahr beschäftige ich mich ja mit meinem Konsumverhalten und ich freue mich schon, wenn ich wieder unbeschwert in eine Bibliothek gehen kann und mich einfach von den Büchern verführen lassen darf. ^^ Außerdem habe ich viel zu wenig Platz um noch mehr „eigene Bücher“ beherbergen zu können und natürlich ist es auch eine Kostenfrage.
    Liebe Grüße,
    Sarah

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    1. Hey Sarah!
      Die Bibliothek in Wien soll ja auch ganz schön sein! Das mit meinem Sub und der Bibliothek wird mir auch so langsam zum Verhängnis, bei meinem letzten Ausflug habe ich mich wohl etwas übernommen. 😀
      Finde ich richtig gut, wie du das auch momentan mit deinem Sub-Abbau machst. Man darf sich wirklich nicht zu stark verleiten lassen, sonst hat man am Ende zwar einen Haufen Bücher, aber wird sie niemals alle lesen und setzt sich selbst zu stark unter Druck.
      Liebe Grüße
      Maren

      Gefällt 1 Person

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