Winterpferde

Winterpferde
Philip Kerr
Gelesen von Torsten Michaelis
Argon Hörbuch
Leseprobe
[Spieldauer: 4 Stunden 36 Minuten || Preis: 19,95 €]

Zum Inhalt: Winter 1941. Ukraine. Die SS besetzt das Naturreservat Askania-Nowa, in dem der alte Tierwärter Max und die seltenen Przewalski-Pferde leben. Auch das jüdische Mädchen Kalinka hält sich dort vor Nazis versteckt. Die beiden begegnen sich schließlich und Max hilft Kalinka dabei, nicht entdeckt zu werden. Doch die Lage spitzt sich zu und Kalinka muss mit den seltenen Pferden vor den Deutschen fliehen.

Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber Hörbücher gehören bei mir zu der Medienkategorie, die einfach zu kurz kommt bzw. in der Vergangenheit nicht von mir genutzt wurde. Dabei gibt es einige Situationen, in denen das Hörbuch das Buch sinnvoll ersetzten kann.
Beispielsweise morgens in der U-Bahn, wenn ich mir einen Kaffee geholt habe und krampfhaft versuche, den Rucksack auf meinem Schoß, das Buch in der linken und den Pappbecher in der rechten Hand auszubalancieren, ohne etwas davon zu verlieren.
Oder allgemein während der letzten Meter vom Sport nach Hause oder zur Arbeit. Denn ich bin ja wohl nicht die Einzige, die ihre Playlist schon auswendig kann, oder?

Ein Hörbuch ist da eine schöne Abwechslung.

Ende Januar habe ich mir bei der Bibliothek in meiner Nähe das Hörbuch zu Winterpferde ausgeliehen. Ich hatte es schon länger im Blick und schließlich beschloss ich, die Audioversion zu probieren. Wenn es schief ging, konnte ich ja noch tauschen.

Das wichtigste bei Hörbüchern ist, meiner Meinung nach, der Vorleser. In diesem Fall liest Thorsten Michaelis und er hat das wirklich großartig gemacht! Ich gebe zu, an Kalinka musste ich mich erst gewöhnen, aber Max und auch der Hauptmann Grenzmann wurden durch ihn unglaublich überzeugend ins Leben geholt. Die Gefühle der Figuren wurden sehr intensiv transportiert und bis zu letzten Minute schaffe er es, dass ich mit der kleinen Gruppe mitgefiebert habe.

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Der Rahmen des Hörbuchs ist angesichts des historischen Hintergrundes sehr bedrückend und stellt die Situation ungeschönt dar. Gerade Kalinka, die noch ein sehr junges Mädchen ist, musste schon viel ertragen und das hat mich unglaublich berührt.
Die Beziehung, die sich zwischen ihr und dem alten Mann entwickelt, ist ehrlich und gründet sich auf dem Bedürfnis zu helfen, ohne etwas als Gegenleistung zu verlangen. Obwohl sie sich kaum kennen, stehen sie einander bei, ungeachtet der drohenden Strafe. Auch wenn ich über manche Aktionen des alten Mannes den Kopf geschüttelt habe, ist sein Mut angesichts der Lage bewundernswert und ich habe noch viel über ihn nachgedacht.

Während der Geschichte kommen aber nicht nur die Menschen zu Wort, auch den Urzeit-Pferden und Max großem Wolfshund wird mit Hilfe von Mimik, Gestik und Gedankenfetzen ein konkreter Charakter verliehen. Die Anwesenheit der Tiere war dabei nicht nur für Kalinka tröstlich, auch ich war dankbar dafür, dass sie mich durch die Schrecken des Krieges begleiteten.

Ich kann die Geschichte um Kalinka wirklich jedem empfehlen, der der Kombination aus ernstem historischen Rahmen und einer fantastischen Geschichte über Freundschaft zwischen Menschen und Tieren etwas abgewinnen kann.
Ich bin dankbar für dieses Abenteuer, denn es hat mir so einiges wieder zurück ins Gedächtnis geholt.

 

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